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ARTIST-IN-RESIDENCE 2026

Lena Schattenberg

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EXCESSIVE COMPANIONSHIP

Copyright Fotos: Peter Oroszlany

English version (click here)

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Das Salettl-Residenzprogramm fand 2026 zum fünften Mal statt und wurde auch diesmal in einem Open Call international ausgeschrieben. Gesucht wurden Künstler*innen, die während eines vierwöchigen Aufenthalts ortsspezifische Arbeiten im Kontext der Kleinen Stadt Farm zum Jahresthema „Exzess“ des Bezirks Donaustadt entwickeln.

Mehr Informationen zum Call

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Aus 144 Bewerbungen wurde die in Wien lebende Tänzerin, Choreografin und Lehrende Lena Schattenberg ausgewählt, um im Rahmen ihrer Residenz auf der Kleinen Stadt Farm zu forschen und zu arbeiten. Die Residenz fand vom 17. August bis 13. September 2026 statt. Die künstlerischen Ergebnisse wurden am 11. September 2026 in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung präsentiert.

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Lena Schattenbergs künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Tanz, Choreografie und Performance. In ihrer Arbeit versteht sie den Körper als einen durchlässigen Ort, an dem psychische und gesellschaftliche Prozesse körperlich spürbar werden. Durch Erschöpfung sowie die radikale Ausdehnung von Dauer und Wiederholung destabilisiert sie gewohnte Muster und transformiert diese in choreografisches Material. Nach langjährigen internationalen Zusammenarbeiten mit Choreografinnen wie Anne Teresa de Keersmaeker und Claudia Bosse nutzt sie ihre Erfahrung heute für ihre eigene choreografische Autorinnenschaft. Im Zentrum ihrer Praxis stehen radikale Selbstbestimmung und die Verschiebung der Rolle des Publikums hin zu einer aktiven Zeuginnenschaft. Diese künstlerische Forschung fließt auch in ihre Lehrtätigkeit ein, darunter die Morning Practice im Tanzquartier Wien sowie ihr Workshopformat The Many Dance.​

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THE ACCUMULATION

Seit dem 19. August wuchs auf der Kleinen Stadt Farm eine Performance. Was mit fünf Minuten begann, wurde täglich um weitere fünf Minuten verlängert, zwischen Tieren, Pflanzen, Wetter und den Verrichtungen des Hofalltags.

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Im Rahmen des Forschungsprojekts EXCESSIVE COMPANIONSHIP untersuchte Lena Schattenberg Exzess als Zustand verkörperter Intensität: die Spannung zwischen einem hochintensiven Körper und den entschleunigten, ökologischen Rhythmen eines lebendigen Systems.

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Durch radikale Wiederholung wurden Prozesse von Wachstum, Erneuerung und Erschöpfung körperlich erfahrbar, für Schattenberg selbst und für alle, die zuschauten.

Am 11. September kulminierte THE ACCUMULATION, die tägliche Performance-Praxis von Lena Schattenberg, in der Abschlussperformance ihrer Residenz.

Die Klanglandschaft der Performance entwickelte Schattenberg aus den Klängen der Farm selbst: aus dem, was sie dort angesprochen hat. Sie schichtete diese Klänge, setzte sich zu ihnen in Beziehung, transponierte sie und verschob Kontext, Tempo und Textur. Dabei arbeitete sie mit Gleichzeitigkeit, Dichte und Intensität, wie in ihrem Tanz.

In der Reibung zwischen Vertrautem und Verschobenem entstand eine Spannung, die zum Spüren und Denken anregte.​​

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WITNESS & WRITE

Auch das Zuschauen war Teil der Arbeit.

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In den täglichen Witness & Write Sessions waren Besucher*innen eingeladen, während der Performance aufzuschreiben, was in ihnen auftauchte: Assoziationen, Bilder und Erinnerungen.​ Diese Texte nährten Schattenbergs Praxis und ihr tägliches Tun. Die Besucher*innen wurden so Teil des künstlerischen Prozesses. Ein Briefkasten auf der Kleinen Stadt Farm stand während der Residency für die gesammelten Texte bereit.

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Aus dem Prozess:

"Hüter*in der Knappheit. Sklav*in des Überflusses.

Schöpfer*in von Raum. Besetzer*in von Raum." (übersetzt)

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„Still! Lausche dem Atem der Erde.

Still! Spüre die Bewegung der Leere.“

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„vielleicht weiß ich selber nicht was ich hier gerade mache.

vielleicht weiß ich's ganz genau“​

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THE MANY DANCE

Auch der Workshop The Many Dance öffnete den Prozess für die lokale Gemeinschaft.​ In dem Workshop lud Lena Schattenberg Menschen mit und ohne Tanzerfahrung dazu ein, gemeinsam in Bewegung zu kommen. Ausgehend von der Umgebung wurden Bewegungen, Formen, Farben und Texturen aufgegriffen. Auch Wetter, Natur und die unterschiedlichen Rhythmen des Ortes wurden zu Ausgangspunkten der gemeinsamen Bewegung.​ Der Workshop gab Einblicke in Schattenbergs künstlerische Praxis und öffnete den Prozess der Residency für die Menschen vor Ort.​

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KULINARISCHES RAHMENPROGRAMM​​​​

Das kulinarische Programm von Marianna Mondelos wurde in Zusammenarbeit mit Lena Schattenberg entwickelt und nahm die Themen ihrer performativen Arbeit EXCESSIVE COMPANIONSHIP und des Prozesses THE ACCUMULATION auf.​ Schattenbergs Arbeit bewegt sich zwischen Exzess als verkörpertem Zustand und den entschleunigten, ökologischen Rhythmen eines lebendigen Systems. Mondelos griff diese Themen auf und übersetzte sie in eine kulinarische Begleitung, die unmittelbar mit den Gegebenheiten der Kleinen Stadt Farm verbunden war.

 

Die kulinarische Begleitung begann mit Welcome Shots des Wiener Kräuterlikörs Kalê, begleitet von Bissen, die direkt auf der Kleinen Stadt Farm geerntet und arrangiert wurden.​ Von handerlesenen Hollerbeeren und strahlenden Sonnenblumenblüten bis zu wildem Schnittknoblauch spiegelte sich das unmittelbare Umfeld der Farm in den einzelnen Bissen wider.​ Ein süßer Gang schuf zwischen Performance und Artist Talk einen Moment kollektiver Verbundenheit.

 

Marianna Mondelos ist Food Designerin und Performerin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von sozialer Praxis, Performance und Installation. In ihrer Arbeit nutzt sie Lebensmittel als künstlerisches Medium, um Räume der Begegnung zu schaffen. Sie ist Co-Initiatorin von Studio Wasser – Verein für innovative Kulinarik, Tischkultur und Design in Wien.​

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ARTIST TALK

Den Abend beschloss ein Artist Talk mit Christina Gillinger-Correa Vivar, in dem die Residency, der künstlerische Prozess und die dabei entstandenen Fragen gemeinsam reflektiert wurden.

CREDITS

Konzept / Concept: Lena Schattenberg
Choreografie / Choreography: Lena Schattenberg
Performance: Lena Schattenberg
Sounddesign / Sound Design: Lena Schattenberg & Robert Lucaciu
Kostüm / Costume: Lena Schattenberg & Robert Lucaciu
Assistenz / Assistant: Robert Lucaciu
Outside Eyes: Witness & Write


Kulinarisches Rahmenprogramm / Culinary Programme: Marianna Mondelos
Artist Talk: Christina Gillinger-Correa Vivar


Plakatfoto / Poster Photography: Lena Schattenberg
Grafikdesign / Graphic Design: Susanne Richter

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Das Artist-in-Residence-Programm wird gefördert und unterstützt durch den Bezirk Donaustadt und die Stadt Wien. Es ist ein Projekt des Kulturverein SALETTL in Kooperation mit dem Gemeinschaftshof die KLEINE STADT FARM. / The Artist-in-Residence programme is supported by the District of Donaustadt and the City of Vienna. It is a project by Kulturverein SALETTL in cooperation with the community farm die KLEINE STADT FARM.

The Salettl Residency Program took place for the fifth time in 2026 and was once again announced internationally in an open call. The program called for artists to develop site-specific works in the context of the Kleine Stadt Farm during a four-week residency on the annual theme of “Excess” in the district of Donaustadt.

More information about the call

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From 144 applications, Vienna-based dancer, choreographer, and teacher Lena Schattenberg was selected to research and work at the Kleine Stadt Farm as part of her residency. The residency took place from August 17 to September 13, 2026. The artistic results were presented at a public closing event on September 11, 2026.

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Lena Schattenberg’s artistic practice moves between dance, choreography, and performance. In her work, she understands the body as a porous site where psychological and social processes become physically tangible. Through exhaustion and the radical expansion of duration and repetition, she destabilizes habitual patterns and transforms them into choreographic material. Following many years of international collaborations with choreographers such as Anne Teresa de Keersmaeker and Claudia Bosse, she now draws on this experience for her own choreographic authorship. At the centre of her practice are radical self-determination and a shift in the role of the audience towards active witnessing. This artistic research also informs her teaching practice, including Morning Practice at Tanzquartier Wien and her workshop format The Many Dance.​​​

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THE ACCUMULATION

Since August 19, a performance had been growing at the Kleine Stadt Farm. What began with five minutes was extended by another five minutes each day – between animals, plants, weather, and the everyday activities of the farm.

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As part of the research project EXCESSIVE COMPANIONSHIP, Lena Schattenberg explored excess as a state of embodied intensity: the tension between a highly intensified body and the slowed-down, ecological rhythms of a living system.

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Through radical repetition, processes of growth, renewal, and exhaustion became physically tangible, for Schattenberg herself and for everyone watching.

On September 11, THE ACCUMULATION, Lena Schattenberg’s daily performance practice, culminated in the closing performance of her residency.

Schattenberg developed the soundscape of the performance from the sounds of the farm itself, from what spoke to her there. She layered these sounds, entered into relationships with them, transposed them, and shifted their context, tempo, and texture. She worked with simultaneity, density, and intensity, as she does in her dance.

In the friction between the familiar and the displaced, a tension emerged that invited both sensing and thinking.​

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WITNESS & WRITE

Watching was also part of the work.

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During the daily Witness & Write Sessions, visitors were invited to write down what arose within them while watching the performance: associations, images, and memories. These texts nourished Schattenberg’s practice and her daily work. Visitors thus became part of the artistic process. A mailbox at the Kleine Stadt Farm was available throughout the residency for collecting the texts.

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From the process:

“Guardian of Scarcity. Slavery of Abundancy.

Creator of Space. Occupant of Space.”

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“Still! Listen to the breath of the earth.

Still! Feel the movement of emptiness.” (translated)

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“maybe I don't know what I'm doing here.

maybe I know exactly.” (translated)​

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THE MANY DANCE

The workshop The Many Dance also opened the process to the local community.​ In the workshop, Lena Schattenberg invited people with and without previous dance experience to move together. Starting from the surrounding environment, participants explored movements, forms, colours, and textures. Weather, nature, and the different rhythms of the site also became starting points for collective movement.​ The workshop offered an insight into Schattenberg’s artistic practice and opened the residency process to the local community.​

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CULINARY FRAMEWORK PROGRAM​​

The culinary programme by Marianna Mondelos was developed in collaboration with Lena Schattenberg and took up the themes of her performative work EXCESSIVE COMPANIONSHIP and the process THE ACCUMULATION.​ Schattenberg’s work moves between excess as an embodied state and the slowed-down, ecological rhythms of a living system. Mondelos responded to these themes through a culinary accompaniment directly connected to the conditions of the Kleine Stadt Farm.

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The culinary programme began with welcome shots of the Viennese herbal liqueur Kalê, accompanied by bites harvested and arranged directly at the Kleine Stadt Farm.

From hand-picked elderberries and bright sunflower petals to wild chives, the immediate surroundings of the farm were reflected in the individual bites.

A sweet course created a moment of collective connection between the performance and the artist talk.

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Marianna Mondelos is a food designer and performer working at the intersection of social practice, performance, and installation. In her work, she uses food as an artistic medium to create spaces for encounter. She is co-initiator of Studio Wasser – Verein für innovative Kulinarik, Tischkultur und Design in Vienna.​

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ARTIST TALK

The evening concluded with an artist talk with Christina Gillinger-Correa Vivar, reflecting together on the residency, the artistic process, and the questions that emerged during the work.

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Fördergeber*innen

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Gefördert und ermöglicht durch den Bezirk Donaustadt

Sponsored and made possible by the district of Donaustadt

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Gefördert von der Stadt Wien Kultur

Sponsored by the City of Vienna Culture

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